US-Tennisstar Frances Tiafoe – der gelebte amerikanische Traum | DW

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Es ist eine (Lebens-) Geschichte, wie sie die Amerikaner lieben. Die vom amerikanischen Traum. Vom Aufstieg des Tellerwäschers zum Millionär. Solche Geschichten sind auch in den USA rar geworden. Frances Tiafoe ist gerade dabei, diese Parabel mit Inhalt zu füllen. Auf dem größten Tennisplatz der Welt. Bei den US Open. Dafür lieben ihn nicht nur die Tennis-Begeisterten in den Vereinigten Staaten. Der 24-Jährige hat mit seinen furiosen Schlägen das Halbfinale des Grand-Slam-Turniers in New York erreicht. “Ich fühle mich auf Plätzen wie diesen wie zu Hause. Ihr steht so stark hinter mir, ich finde immer einen Ausweg”, sagte Tiafoe zu den Fans im Arthur Ash Stadium nach seinem Viertelfinal-Erfolg gegen Andrej Rublew: “Wir haben noch zwei Spiele vor uns, noch zwei.”  

Dass Tiafoe, ein großer Fan von US-Tennisspielerin Serena Williams, die einst einen ähnlichen Weg wie er beschritt, diese Entwicklung nehmen konnte, verdankt er seinen Eltern, aber auch anderen Menschen, etwa seinen Tennistrainern im Kindesalter. Aber der Reihe nach. Tiafoes Eltern stammen aus Sierra Leone und flüchteten Anfang der 1990er Jahre vor einem Bürgerkrieg nach Washington in die USA. Weit weg von der Familie, mit geringer Schulbildung und ohne Geld mussten sie ein neues Leben starten. Die Mutter fand einen Job als Krankenschwester, der Vater arbeitete als Tagelöhner bei einer Baufirma, die das Junior Tennis Champions Center in Washington baute – heute eines der besten Förderzentren des Landes. Damit beginnt die besondere Story des Frances Tiafoe.

Löcher in den Socken

Weil der Vater so einen guten Job machte, bekam er in dem Tenniscenter eine Anstellung. Tagsüber putzte er die Anlage, des nachts kümmerte er sich um die dortigen Asche-Courts. Die Familie bekam ein kleines Büro zur Verfügung gestellt, wo sie auch schlafen konnte, wenn die Mutter im Krankenhaus in der Nachtschicht arbeitete. Im Alter von fünf Jahren durfte Tiafoe kostenlos am Training auf dem Gelände teilnehmen. Er verpasste keine Sekunde einer Trainingseinheit. Sein erster Coach übernahm anfänglich seine Turnier-Meldegebühren, damit Tiafoe überhaupt teilnehmen konnte. Gleichaltrige machten sich  über ihn lustig, wenn sie in seinen Tennissocken Löcher sahen. “Diese Armen-Witze damals taten wirklich weh”, sagte Tiafoe dem Magazin “Andscape”. 

Der 15 Jahre alte Francis Tiafoe kämpft sich ohne Geld aber mit viel Engagement bis zu den Profis

Coach Misha Kouznetsov trainierte ihn ab dem Alter von acht Jahren täglich und unentgeltlich. Er reiste mit ihm durch das Land. “Er war nicht talentierter als die anderen Achtjährigen, die dort waren“, sagte Kouznetsov. “Aber als ich morgens zur Arbeit kam, war er da. Als ich abends wegging, war er da. Ich sah ein Kind, das immer da war, und ein Kind, dem ich so viel Tennis beibringen konnte, wie ich wollte.”

Rückschläge inbegriffen

Dass sich diese Investition in Tiafoe lohnen würde, stellte sich schnell heraus. Im Alter von 14 Jahren wurde er U14-Weltmeister in Frankreich. Mit 15 Jahren war Tiafoe der jüngste Spieler, der die prestigeträchtige Orange Bowl International Championship in Florida gewinnen konnte. Mit 17 Jahren versuchte er als Profi auf die ATP-Tour zu gelangen. Einer rasanten Karriere schien nichts mehr im Wege zu stehen.

Doch sein sportlicher und gesellschaftlicher Aufstieg ging nicht ohne Rückschläge vonstatten. “Als ich die Szene betrat und in der Rangliste nach oben flog, war alles irgendwie gut. Im Jahr 2019 wurde ich aber ein bisschen selbstgefällig. Ich habe lange gebraucht, um mich zu sammeln”, sagte er. Nachdem er mehrfach bei Turnieren in der ersten Runde gescheitert war, suchte sich Tiafoe Hilfe – und fand sie. 2020 holte er Wayne Ferreira in sein Team, was ihm einen Schub gab.

Tiafoe schreibt Geschichte

“Einige Spieler haben Schwierigkeiten damit, wirklich talentiert zu sein und einfach nur das Spiel zu spielen, ohne wirklich zu verstehen, was sie tun müssen”, sagte Ferreira, selbst ein ehemaliger Weltklasse-Spieler, der dabei half, Tiafoes Ernährung und Trainingsansatz zu überarbeiten. “Seine Essensgewohnheiten waren am Anfang schrecklich”, sagte Ferreira. “Er hat Süßigkeiten wie Schokolade und Kekse geliebt. Er hat zu ungewöhnlichen Zeiten gegessen und das Frühstück oft verpasst.” Diese Zeiten sind aber vorbei.

Tiafoe konzentriert sich nun auf das Wesentliche. Er ist der erste US-Amerikaner seit Andy Roddick im Jahr 2006, der ins Halbfinale der US Open einzog. Und er ist der erste schwarze Amerikaner seit Arthur Ashe 1972 dem dies gelang. Die Geschichte Tiafoes ist noch lange nicht beendet. “Hoffentlich wird es eines Tages einen Film darüber geben”, sagte Ferreira: “Aber zuerst muss er den Grand Slam gewinnen.” Nur zwei Siege fehlen noch.

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