Olympia-Attentat in München: 50 Jahre Kampf um Gerechtigkeit | DW

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In der Wohnung von Ilana Romano in Tel Aviv scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Im Wohnzimmer sind Schwarz-Weiß-Fotos verteilt, die Möbel sind die eines typischen israelischen Haushalts aus den 1970er Jahren – nur der Flachbildfernseher erinnert daran, dass wir das Jahr 2022 haben. In vielerlei Hinsicht ist die Einrichtung symbolisch für das Leben von Ilana Romano und Ankie Spitzer. Am 5. September vor 50 Jahren änderte sich ihr Leben drastisch, als Ilanas und Ankies Ehemänner, Yosef und Andre, bei dem Terroranschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in München ermordet wurden.

Seitdem sind die beiden Frauen zu einem Symbol für den Konflikt zwischen den Familien der Opfer und der deutschen Regierung im Ringen um die Entschädigung für den Tod ihrer Angehörigen geworden. Zum Zeitpunkt des Anschlags waren Ilana Romano und Ankie Spitzer 26-jährige junge Mütter, wobei Ankies erstes Kind wenige Monate vor den Münchner Spielen geboren wurde. Nach dem Schock des Verlusts ihrer Ehemänner sind beide von den Erklärungen der deutschen Behörden nicht überzeugt und nicht bereit, die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Ein halbes Jahrhundert haben sie seitdem Informationen gesammelt, mit den Medien gesprochen und versucht, eine Verbindung zwischen den einzelnen Punkten herzustellen, um zu verstehen, was wirklich passiert ist. Und um eine ihrer Meinung nach gerechte Entschädigung für das Fehlverhalten der deutschen Regierung zu erhalten. 

“Es war kein Traum, sondern pure Realität”

“Es klopfte an meiner Tür, es war sieben Uhr morgens”, erinnert sich Romano. Es war ihre Nachbarin, die ihr sagte, sie solle das Radio einschalten. “Es hat einen Terroranschlag gegeben.” Bevor er zu den Spielen reiste, hatte ihr Ehemann, der Gewichtheber Yossef, genannt Yossi, sie noch beruhigt, als sie Bedenken wegen der Reise äußerte. “Wenn die Deutschen etwas machen, dann machen sie es perfekt”, sagte er zu ihr. 

Die Witwen Ilana Romano (li.) und Ankie Spitzer kämpfen seit 50 Jahren um Anerkennung

Später an diesem Tag erfuhr Ilana Romano, dass ihr Mann das zweite Opfer des Terroranschlags geworden war. Die Geiselnehmer hatten ihn bei der Erstürmung der Wohnung im Olympischen Dorf angeschossen und einfach verbluten lassen. “Ich bin am nächsten Morgen aufgewacht und habe mich gefragt, ob das alles nur ein Albtraum war. Es war kein Traum, sondern die pure Realität”, sagt sie. Auch 50 Jahre später hat sie einen schmerzerfüllten Ausdruck im Gesicht, während die Worte nachhallen.

“Wir wollten nicht getrennt sein”

Ankie Spitzer befand sich in ihrer Heimat, den Niederlanden, als der Anschlag verübt wurde, dem ihr Mann, der Fechttrainer Andre Spitzer, zum Opfer fiel. Die beiden waren zwei Monate zuvor Eltern einer Tochter geworden. “Bevor ich mit meinem Baby zu meinen Eltern reiste, fuhr ich für zwei Wochen nach München, um Andre zu besuchen”, sagt Spitzer. “Wir waren nur ein Jahr und drei Monate verheiratet. Wir waren verliebt, wir wollten nicht getrennt sein.”

Da ihre Tochter Anouk krank war, reiste Andre sogar noch einmal in die Niederlande, um bei ihm zu sein, und kehrte erst in der Nacht vor dem Anschlag ins Olympische Dorf zurück. “Meine Eltern haben mich um sieben Uhr geweckt und mir gesagt, dass es einen Anschlag gegeben hat.” Stunden später erfuhr sie, dass ihr Mann eine der Geiseln war. Ankie sah ihn ein letztes Mal lebend im Fernsehen, als er während der Verhandlungen der Geiselnehmer durch ein Fenster der Wohnung in der Connollystraße 31 in München,zu sehen war und diese mit Vertretern der deutschen Behörden sprachen – eine Szene, die von Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgt wurde.

Ankie Spitzer steht am 09.09.1972 in dem verwüsteten Raum des Münchner Olympischen Dorfes

“Ich habe meinen Eltern gesagt, dass Andre mich als erstes anrufen würde, wenn er frei ist. Dieser Anruf kam nie.” In der Nacht zum 6. September um 3:15 Uhr erhielt sie die Nachricht: Alle israelischen Geiseln waren beim Befreiungsversuch auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck bei München getötet worden. “Ich erinnere mich, dass ich nach München zurückkehrte, und auf dem Weg zum Olympischen Dorf sah ich auf beiden Seiten der Straße Athleten trainieren”, erinnert sie sich. “Als ob nicht gerade elf Mitglieder ihrer olympischen Familie ermordet worden wären. Es war furchtbar.”

Der Kampf beginnt

Einen Monat nach dem Terroranschlag in München trafen sich die beiden Witwen. “Wir fühlten beide dasselbe und wollten die Wahrheit wissen”, erinnert sich Spitzer. Ihnen gegenüber standen zwei mächtige Organisationen: die Bundesrepublik Deutschland und das Internationale Olympische Komitee (IOC). Die beiden Frauen forderten unter anderem die Öffnung der Archive Bayerns und der Bundesrepublik Deutschland, um die Geschehnisse aufzuklären, eine Entschädigung zu erwirken und sicherzustellen, dass das IOC die Opfer anerkennt und ihrer gedenkt.

Sie hangelten sich von Gericht zu Gericht, von Politiker zu Politiker. Eine Einigung wurde aber bis heute nicht erzielt. In einem Dokument, das den Familien von der deutschen Botschaft in Tel Aviv ausgehändigt wurde und das die DW einsehen konnte, wird die Verantwortung Deutschlands für die Ermordung der Sportler anerkannt. Darin wird auch das jüngste Angebot Deutschlands an die Familien der Opfer aufgeführt: Die Zahlung von weiteren 5,4 Millionen Euro zusätzlich zu den bereits gezahlten 4,6 Millionen Euro. Die Familien wollen jedoch neun Millionen Euro pro Opfer.

Mitglieder der Bereitschaftspolizei stehen am Flugzeug, das die drei Terroristen nach Zagreb fliegen soll

Die Summe ist symbolisch. Die selbe Summe forderten die Entführer einer Lufthansa-Maschine, die im Oktober 1972 entführt wurde, um die drei überlebenden Geiselnehmer von München freizupressen. Neben der Freilassung der Terroristen wollten die Entführer damals neun Millionen Dollar Lösegeld. Ohne lange Verhandlungen erfüllte Deutschland diese Bedingungen und flog die Attentäter samt Geld zum Austausch nach Zagreb aus. Für die Hinterbliebenen ist das ein Schlag ins Gesicht. “Die deutsche Regierung hat uns 50 Jahre lang gequält. Sie hören nie auf zu lügen und uns zu demütigen”, sagt Spitzer. “Wir wollen nur wissen, was mit meinem Mann und den anderen passiert ist. Wir haben keine Antworten erhalten.”

“Es geht um viel mehr als nur um Geld”

Während der Kampf um Gerechtigkeit und Entschädigung weitergeht, haben die Familien der Opfer beschlossen, die offizielle deutsche Gedenkfeier 50 Jahre nach dem Anschlag zu boykottieren. Das Israelische Olympische Komitee erklärt, es stehe hinter den Familien und werde sich dem Boykott anschließen. Sowohl Romano als auch Spitzer sind sich bewusst darüber, dass einige Menschen in Deutschland argumentieren werden, dass es bei ihrem Beharren um Geldgier geht. “Geld ist nur Geld”, sagt dagegen Romano. “Aber bei dem, was Deutschland uns angetan hat, geht es um viel mehr als um Geld.”

Genauer gesagt, geht es darum, dass die Kinder der Opfer ohne ihren Vater aufwachsen, der damals der Hauptversorger der Familie war. “Wir haben ihnen immer erklärt, dass die Terrorgruppe, die ihren Vater ermordet hat, für den Anschlag verantwortlich war, und dass dies nicht bedeutet, dass alle Palästinenser und Araber so sind. Wir sind sehr froh, dass unsere Kinder ohne jeglichen Hass in ihren Herzen aufgewachsen sind.”

Späte Anerkennung durch das IOC

Witwe Ilana Romano zeigt einen Bildband mit Foto ihres ermordeten Mannes

Obwohl ihre Forderungen an die deutsche Regierung immer noch nicht erfüllt wurden, haben die beiden Witwen in anderen Bereichen Fortschritte gemacht. Sie wurden von IOC-Präsident Thomas Bach persönlich zur Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio eingeladen. Dort wurde den Opfern des Anschlags bei der offiziellen Eröffnungsfeier erstmals eine Schweigeminute gewidmet. Dieses Zeichen des IOC beendete eine 49 Jahre andauernde Kampagne der Familien für eine offizielle Anerkennung durch die olympische Familie.

“Ich habe sofort geschrien: Ilana, Ilana!” erinnert sich Spitzer. Ihre Freundin und langjährige Mitstreiterin hörte jedoch nicht zu. Romano weinte. “Nach 49 Jahren des Schreibens und Redens und des Hin- und Herreisens sehen wir plötzlich, wie Japans Kaiser und der französische Präsident unseren Lieben kondolieren, während Millionen Menschen dabei zusehen”, erinnert sich Spitzer.

Auch jetzt, vor dem 50. Jahrestag, ist Romanos Schmerz noch genauso stark wie in den Tagen direkt nach dem Anschlag. “Wenn jemand sagt, dass die Zeit alle Wunden heilt, dann sage ich euch: Das tut sie nicht.” Dafür sorgt natürlich auch, dass es nach wie vor keine Einigung und damit auch keinen Abschluss gibt. “Wir mussten 49 Jahre lang um Entschädigung und Anerkennung kämpfen”, sagt Spitzer. “Es fühlt sich surreal an.”

Doch der verzweifelte Kampf gegen die Regierung eines der mächtigsten und reichsten Länder der Welt hat sie und ihre tiefe Freundschaft stark gemacht. “Ich habe sie aufgefangen, als sie am Boden lag, und sie hat das Gleiche mit mir gemacht”, sagt Ilana Romano. “Ankie zu treffen war das größte Glück, das ich haben konnte.”

  • Das Olympia-Attentat von München

    Heitere Spiele

    Weltoffen und bunt – so präsentiert sich München 1972 als Olympiagastgeber. Die Spiele sollen “heiter” sein und ein anderes Deutschland-Bild zeichnen als das der Nazi-Spiele von 1936 in Berlin. Die Polizei vor Ort trägt weder Uniform noch Waffen und hält sich im Hintergrund. Zehn Tage lang feiert München mit Gästen aus aller Welt ein friedliches Fest. Auch sportlich sind die Spiele ein Erfolg.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Umjubelte Höchstleistungen

    US-Schwimmer Mark Spitz holt siebenmal Gold. Aus deutscher Sicht begeistern vor allem die Leichtathleten: Heide Rosendahl gewinnt Gold im Weitsprung und mit der Staffel, Klaus Wolfermann im Speerwerfen. Die erst 16-jährige Ulrike Meyfarth (Foto) wird am Abend das 4. September Olympiasiegerin im Hochsprung – mit neuem Weltrekord. Die Fans sind euphorisch, doch am nächsten Tag folgt der Schock.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Überfall am frühen Morgen

    Acht Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation “Schwarzer September” dringen in der Nacht zum 5. September in eine Wohnung der israelischen Mannschaft im Olympischen Dorf ein. Sie erschießen Ringer-Trainer Mosche Weinberg und verletzen Gewichtheber Josef Romano schwer. Er verblutet, während neun weitere Geiseln gefesselt im selben Raum sitzen und ihm beim Sterben zusehen müssen.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Ergebnislose Verhandlungen

    Die Terroristen fordern die Freilassung von über 200 Gefangenen aus israelischer Haft. Im Gegenzug wollen sie die Geiseln freilassen, sie bei Nichterfüllung töten. Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (3.v.l.) und weitere Offizielle verhandeln mit dem Anführer der Terroristen, der sich Issa nennt. Genscher und andere bieten sich sogar als Ersatzgeiseln an, doch die Fronten sind verhärtet.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Veto aus Israel

    “Sollten wir nachgeben, kann sich kein Israeli auf der Welt seines Lebens jemals wieder sicher sein”, lehnt Israels Regierungschefin Golda Meir diese “Erpressung der schlimmsten Art” ab. Aber Israel bietet an, Spezialkräfte zu schicken, um die Geiseln zu befreien. Die Bundesregierung verzichtet, wohl auch, weil das Grundgesetz den Einsatz ausländischer Kräfte auf deutschem Boden verbietet.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Abbruch unter Druck

    Die Sportwettbewerbe laufen trotz der beiden Morde und der Geiselnahme zunächst weiter. Während Polizisten auf dem Olympiagelände das von den Terroristen besetzte Haus abriegeln, drängen sich Zuschauer und Schaulustige durch den Olympiapark. Erst als demonstrierende Israelis einen Stop der Spiele fordern, reagieren die Organisatoren und ordnen am Nachmittag des 5. September eine Unterbrechung an.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Erstürmung live im TV

    Bayerns Polizei ist auf die Geiselnahme schlecht vorbereitet und für solche Einsätze nicht geschult. Bewaffnete Polizisten versuchen, die Wohnung in der Connollystraße 31 zu stürmen, bleiben aber nicht unbeobachtet. Im Gegenteil: Live wird im Fernsehen gezeigt, wie die Beamten sich den Geiselnehmern nähern. Das sehen auch die Terroristen – die Aktion wird daher nach kurzer Zeit abgebrochen.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Freies Geleit, aber nur zum Schein

    Mehrfach wird das Ultimatum der Terroristen verlängert. Man kommt schließlich überein, dass sie mit zwei Hubschraubern zum Militärflughafen Fürstenfeldbruck gebracht werden und von dort samt Geiseln nach Kairo ausfliegen sollen. Allerdings gehen die deutschen Unterhändler nur zum Schein auf die Forderungen ein. Sie wollen den Terroristen eine Falle stellen – doch das geht gründlich schief.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Schlechte Vorbereitung

    Am Flughafen Fürstenfeldbruck wartet eine Boeing, darin als Besatzung getarnte Polizisten. Sie sollen die Attentäter überwältigen. Doch die Beamten sind dafür weder ausreichend bewaffnet noch ausgebildet. Eigenmächtig brechen sie den Einsatz ab. Die übrigen, wenigen Polizisten am Flughafen wissen nicht, dass es sich um acht Geiselnehmer handelt und nicht – wie man bislang glaubte – nur um fünf.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Blutiges Fiasko

    Als zwei Terroristen die Boeing inspizieren, eröffnet die Polizei das Feuer. Es folgt ein stundenlanges Gefecht. Verstärkung kommt wegen vieler Schaulustiger vor dem Flughafen erst spät. Schließlich sprengen die Terroristen einen der Helikopter mit einer Handgranate, die Gefangenen im zweiten erschießen sie. Am Ende sind 15 Menschen tot: ein Polizist, fünf der Attentäter und alle neun Geiseln.

  • Das Olympia-Attentat von München

    “The games must go on”

    Im Olympiastadion findet noch am 6. September eine Gedenkfeier für die Opfer statt. Dort verkündet IOC-Präsident Avery Brundage, dass man sich nicht dem Terror beuge. “The games must go on”, dieser Satz spaltet die Gesellschaft, sorgt für Protest, erntet aber auch Zustimmung. Heiter sind die Spiele von München in den verbleibenden Tagen allerdings nicht mehr.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Fassungslosigkeit

    Wenige Tage nach dem Attentat kommt Ankie Spitzer, Witwe des ermordeten Fechttrainers André Spitzer, in die Connollystraße, um die persönlichen Sachen ihres Mannes abholen. “Es war Chaos, überall war Blut”, beschreibt sie diesen Moment in der ZDF-Doku “Anschlag auf Olympia”. “Es lag Essen auf dem Boden, außerdem hatte man die Geiseln nicht zur Toilette gehen lassen. Es war schrecklich.”

  • Das Olympia-Attentat von München

    Nichts falsch gemacht

    Etwa zur gleichen Zeit veröffentlicht Münchens Polizeispitze um Polizeipräsident Manfred Schreiber (Foto) bereits einen Bericht. Darin steht, man habe “nichts falsch gemacht” und hätte mit den vorhandenen Mitteln und unter den gegebenen Umständen auch “nichts besser machen können”. Vielmehr habe Israel mit seiner Absage an die Forderungen der Terroristen “über die Geiseln das Todesurteil gefällt”.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Verschärfte Sicherheit

    Dennoch zieht man Lehren aus dem gescheiterten Einsatz: Das Olympia-Attentat ist eine Zäsur, der Terror in Deutschland Realität geworden. Die Bundesregierung gründet noch im September 1972 als Reaktion die Grenzschutz-Spezialtruppe GSG 9 als Anti-Terror-Einheit. Unter anderem 1977 bei der Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut kommt sie zum Einsatz. Alle Geiseln von Mogadischu überleben.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Freigepresst

    Die drei überlebenden Attentäter bleiben nicht lange in Deutschland. Als im Oktober 1972 in Zagreb ein deutsches Flugzeug entführt wird, werden sie ins damalige Jugoslawien ausgeflogen und gegen Passagiere und Besatzung ausgetauscht. Bis heute hält sich der Vorwurf, die Entführung des Lufthansa-Flugs 615 sei von der Bundesregierung inszeniert worden, um sich der Mörder zu entledigen.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Keine Entschuldigung

    Eine echte Aufarbeitung des Attentats fehlt bis heute. Keiner der Verantwortlichen musste zurücktreten. Die Ermittlungsakten liegen noch bis 2047 unter Verschluss. Berechtigte Anfragen der Hinterbliebenen wurden stets abgewiesen. Vor allem aber gab es von deutscher Seite nie ein offizielles Schuldeingeständnis – und auch die Frage der finanziellen Entschädigung der Angehörigen sorgt für Streit.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Keine Versöhnung

    Bisher wurden 4,6 Millionen Euro gezahlt, zuletzt weitere 5,4 Millionen angeboten. Die Hinterbliebenen fordern nach internationalen Standards rund 10 Millionen Euro pro Opfer und lehnten ab. “Ich bin nicht mehr bereit, weitere Beleidigungen zu ertragen”, sagt Ankie Spitzer (Foto), Sprecherin der Angehörigen, bei der das Verhalten deutscher Offizieller seit 1972 tiefe Narben hinterlassen hat.

  • Das Olympia-Attentat von München

    Gedenken ohne Angehörige

    Die Gedenkfeier 50 Jahre nach dem Attentat von München, an der neben Bundespräsident Steinmeier auch Israels Staatspräsidenten Herzog teilnehmen sollte, wird daher ohne die Hinterbliebenen und ihre Familien stattfinden. “Das ist unsere endgültige Entscheidung, denn wir haben das Gefühl, dass der Missbrauch und die Art und Weise, wie wir behandelt werden, nicht aufgehört haben”, sagt Spitzer.

    Autorin/Autor: Andreas Sten-Ziemons

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