Hilfsorganisationen retten wieder hunderte Boots-Migranten | DW

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Fast 61.700 Migranten, die in Booten angekommen sind, hat das italienische Innenministerium bis zur ersten Septemberwoche in diesem Jahr schon registriert. Das sind rund 54 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, als die Behörden rund 40.000 Bootsflüchtlinge zählte. Das Mittelmeer zählt zu den wichtigsten Fluchtrouten von Afrika in Richtung Europa, zugleich aber auch zu den gefährlichsten weltweit. Seit Beginn des Jahres sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1.264 Menschen bei der Überfahrt gestorben oder gelten als vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

Vierjähriges Mädchen stirbt nach Rettungsaktion

Ein weiteres Todesopfer meldete die griechische Küstenwache. Demnach sei ein vierjähriges Mädchen völlig entkräftet von einem Schiff mit Migranten geborgen worden und kurz darauf gestorben. Es sei, schon bewusstlos, mit ihrer Mutter von einem Marinehubschrauber in ein Krankenhaus auf Kreta gebracht worden, wo es nur noch für tot erklärt wurde.

Rettungseinsatz der griechischen Küstenwache

Das Schiff, auf dem sich das Mädchen befand, trieb griechischen Medien zufolge steuerlos rund 50 Seemeilen westlich von Kreta. Die restlichen 61 Migranten wurden demnach von einem vorbeifahrenden Frachter gerettet. Das Schiff soll von der Türkei oder einem Land des Nahen Ostens abgelegt haben und auf dem Weg nach Italien gewesen sein.

Fast 90 Minderjährige von überfülltem Boot gerettet

Derweil gab es weitere Einsätze privater Seenotretter im zentralen Mittelmeer. Die deutsche Organisation “SOS Humanity” teilte mit, 111 Migranten in der libyschen Such- und Rettungszone von einem Schlauchboot an Bord der „Humanity 1″ geholt zu haben. Auf dem überfüllten Boot seien 86 unbegleitete Minderjährige gewesen. Das deutsche Motorsegelboot „Nadir” von RESQSHIP habe der Crew das in Seenot geratene Boot am Dienstagnachmittag gemeldet.

Die „Rise Above” der Dresdner Organisation „Mission Lifeline” übergab nach eigenen Angaben Dutzende im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge und Migranten an die deutlich größere „Sea-Eye 4″ der gleichnamigen Organisation. Zuvor hatte die „Sea-Eye 4″ am Freitag bereits mehr als 70 Schutzsuchende an Bord genommen.

“Geo Barents” darf italienischen Hafen ansteuern

Das Rettungsschiff “Geo Barents” von Ärzte ohne Grenzen darf den Hafen von Tarent ansteuern

Unterdessen erhielt das das Schiff „Geo Barents” der Organisation “Ärzte ohne Grenzen” nach sieben Tagen Wartezeit, die Erlaubnis mit fast 270 Flüchtlingen an Bord den Hafen der italienischen Küstenstadt Tarent anzusteuern. Das teilte die Organisation auf Twitter mit. Zuvor hatte die Crew nach eigenen Angaben bei den Behörden Italiens und Maltas 17 Mal erfolglos einen sicheren Hafen angefragt, um die Migranten an Land zu bringen.

ww/bri (dpa, epd)

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