7 Filme über Frauen, die noch nie so zu sehen waren | DW

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“TÁR”: Auch Frauen sind wahnsinnige Genies

Genie und Wahnsinn von Künstlern, insbesondere Musikern, ist ein viel beackertes Feld der Filmgeschichte. Der US-amerikanische Regisseur Todd Field behandelt das Thema in einer weiblichen Ausführung: Die fiktive Figur Lydia Tár ist eine Dirigentin, die in Berlin als erste Frau überhaupt ein Orchester leitet. Cate Blanchett spielt die weltbekannte Künstlerin, die sich in einem männerdominierten Beruf durchsetzt und dabei um ihr seelisches Gleichgewicht kämpfen muss.

Penélope Cruz in “L’immensità”

“L’immensità”: Die Einsamkeit der gefangenen (Ehe-)Frau

“L’immensità” bedeutet Unermesslichkeit oder Unendlichkeit. Das Drama von Emanuele Crialese ist im Italien der 1970er-Jahre angesiedelt. Penélope Cruz spielt darin Clara Borghetti, die mit ihrem Mann Felice (“Der Glückliche”) und ihren drei Kindern eine Wohnung in Rom bezieht. Glücklich ist an der Beziehung der Eltern allerdings kaum noch etwas, ihre Liebe ist Vergangenheit. Doch für eine Trennung fehlt beiden die Kraft. Clara stürzt sich auf ihre Mutterrolle – doch auch hier schwelt ein Konflikt unter der vermeintlich heilen Oberfläche: Ihre Älteste, die zwölfjährige Adriana, hasst ihren Namen – und ihre Geschlechtsidentität.

“The Eternal Daughter”: Eindrückliche Mutter-Tochter-Beziehung

Julie (Tilda Swinton) besucht zusammen mit ihrer älteren Mutter das Herrenhaus, das früher der Familie gehörte. Sie möchte einen Film über die Mutter drehen. In dem inzwischen leerstehenden Hotel weist ihnen die mysteriöse Rezeptionistin nur ein schäbiges Zimmer zu. Nachts hören sie Geräusche und können nicht schlafen. Spukt es in dem Hotel? Lange vergessene oder unterdrückte Geheimnisse kommen zutage. Bildgewaltig erzählte Familiendynamik in einer expressionistischen Vision. 

Ana de Armas als Marilyn Monroe in “Blonde”

“Blonde”: Eine Sexgöttin hat genug

Der von Netflix produzierte Film von Andrew Dominik zeigt eine Frau, die – hinter der Fassade der Leinwandgöttin Marylin Monroe – ein ganz eigenes Leben hat. Sie ist gefangen in den Bildern, die andere von ihr konstruieren, die sie selbst reinszeniert, aber als Fesseln empfindet und aufzubrechen versucht. Ana de Armas spielt Monroe verunsichert, verwirrt, wütend, getrieben, mit einem Wort: vielschichtig. Die Romanadaption basiert auf dem gleichnamigen fiktionalen Roman von Joyce Carol Oates, der 2000 für den Pulitzer-Preis nominiert war. Die Autorin äußerte sich nach dem Sichten einer Rohschnittfassung begeistert. Was sie gesehen habe, sei “verblüffend, brillant, sehr verstörend und vielleicht am überraschendsten: eine völlig feministische Interpretation”, so Oates.

Bildgewaltige Kulisse: Venedigs Canal Grande

“Saint Omer”: Die vielen Ambivalenzen von Mutterschaft

Ins Rennen um den Goldenen Löwen geht auch der Film “Saint Omer” der französischen Regisseurin Alice Diop, die sich bisher als Dokumentarfilmerin einen Namen gemacht hat. Ihr Spielfilmdebüt erzählt von zwei Frauen, der schwangeren Schriftstellerin Rama (Kayije Kagame) und der jungen Frau Laurence Coly (Guslagie Malanda), die im nordfranzösischen Ort Saint-Omer wegen Mordes an ihrer 15 Monate alten Tochter angeklagt ist. Rama möchte einen Roman schreiben und anhand der Gerichtsverhandlung den Medea-Mythos aus der griechischen Mythologie ins Heute transportieren. Der Prozess arbeitet auf, wie die im Senegal streng erzogene Laurence in Europa Rassismus erleben musste und sich immer mehr abschottete. Die schwangere Autorin konfrontiert er mit der eigenen Familiengeschichte und künftigen Mutterrolle.

Taylor Russell (links) und Timothée Chalamet in “Bones and all”

“Bones and all”: Kannibalin auf Selbstsuche

Das Roadmovie der speziellen Art basiert auf dem Jugendbuch der US-amerikanischen Autorin Camille de Angelis. Die Protagonistin Maren Yearly, gespielt von Taylor Russell, ist auf der Suche nach sich selbst – und ihrem Vater, den sie nie kennengelernt hat. Denn sie will verstehen, warum sie das Bedürfnis hat, Menschen, die sie liebt, zu töten und zu verspeisen. Kannibalistischer Grusel samt Teenie-Liebe mit Shootingstar Timothée Chalamet. Die sorgfältige Inszenierung und besondere Ästhetik des italienischen Regisseurs Luca Giadagnino verspricht ein angenehmes Schaudern.

“Les enfants des autres”: Das mögliche Leben einer Frau mit 40

Die Schauspielerin Virginie Efira

Eine Lehrerin um die 40, gespielt von der belgischen Schauspielerin Virginie Efira, verliebt sich in einen Mann und wird unverhofft Bezugsperson dessen vierjähriger Tochter. Was das für interne (Stichwort: Kinderwunsch in diesem Alter) und externe Konflikte (etwa mit der leiblichen Mutter) mit sich bringt, erzählt die französische Regisseurin und Drehbuchautorin Rebecca Zlotowski in dieser Tragikomödie.

Alle hier vorgestellten Geschichten von und über Frauen bieten eine konsequent weibliche Perspektive, die man so noch nie im Kino gesehen hat. Um den Goldenen Löwen konkurrieren im Wettbewerb der 79. Internationalen Filmfestspiele von Venedig insgesamt 23 Filme, darunter fünf Regiearbeiten von Frauen. Man darf gespannt sein, ob es vielleicht eine der hier vorgestellten Produktionen ganz nach oben schafft.

Julianne Moore ist die Jury-Präsidentin der 79. Internationalen Filmfestspiele von Venedig

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